Work and Travel

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Work and Travel - wie geht das konkret?

Ein Auslandsaufenthalt will lange geplant werden. Idealerweise solltet Ihr euch  ein Jahr vorher (geht aber durchaus auch innerhalb weniger Monate) Gedanken darüber machen in welches Land ihr gehen wollt. Dann solltet ihr euch konkrete Informationen über das Land, die Leute und die Bedingungen zu Gemüt führen: Welche Sprache wird gesprochen, welche Impfungen sind nötig (oft muss für einen erfolgreichen Impfschutz zweimal in einem zeitlichen Abstand geimpft werden), wie teuer sind die Flüge (in der Regel gilt: je früher der Flug gebucht wird, desto billiger ist er), welche Städte in dem gewählten Land sind interessant, auf was muss geachtet werden, welche gesetzlichen Bestimmungen gibt es in dem Land (so gibt es viele Länder in denen es verboten ist Alkohol auf der Straße zu trinken), auf welche kulturellen Besonderheiten sollte geachtet werden etc..


In dem zweiten Schritt ca. ein halbes Jahr vorher, solltet ihr so bald wie möglich das Working Holiday Visum beantragen. Nicht nur die Bearbeitungszeit kann sich in die Länge ziehen; es gibt auch Länder in denen die WHV kontingentiert und deswegen schnell ausgeschöpft sind. Dafür braucht ihr einen noch mind. 12 Monate gültigen Pass (die Ausstellung eines Reisepasses braucht bis zu sechs Wochen).


In einem dritten Schritt, ca. drei Monate vorher, solltet ihr euch überlegen was mit eurem Zimmer geschieht. Sucht euch einen Zwischenmieter und/oder kündigt den Vertrag (übliche Kündigungsfrist beträgt 3 Monate), damit ihr nicht die Miete zahlen müsst während ihr weg seid.


Wenn ihr also Visum und Flugticket habt und die Wohnungssituation geklärt ist, dann beginnt die Zeit der direkten Reisevorbereitung: Was muss noch besorgt werden? Isomatte, Schlafsack, Anti-insektenmittel, Notfallapotheke, Geld etc. sind unabdingbare Gegenstände und Mittel einer unabhängigen und unproblematischen Reise.


Dann solltet ihr unbedingt eine Reiseversicherung abschließen. Neben einer Auslandskrankenversicherung lohnt sich dabei auch oft ein Gepäckversicherungsschutz. Insbesondere dann, wenn ihr z.B. eine extra neu gekaufte gute Kamera mitnehmt. Dieses Versicherungsangebot gibt es bei den meisten Anbietern auch im Paket.


Dann solltet ihr die finanziellen und bürokratischen Sachen erledigen: Einen Antrag bei der Post stellen, ein Konto einrichten welches günstige Tarife für Transaktionen im Ausland hat, einen Puffer für Notfälle ansparen und den ganzen für einen Auslandsaufenthalt unnötigen Kram abmelden (Handyvertrag, GEZ, Zeitungsabos, Bahncard etc.). Ohne diese laufenden Kosten kann überraschend viel gespart werden.


Zusätzlich lohnt es sich einen kurzen Lebenslauf für die in dem Land anstehende Bewerbung zu schreiben und schon mal im Voraus von einer Person mit guten Englischkenntnissen durchschauen zu lassen (zu Bedenken ist dabei, dass die englischen/ amerikanischen Lebensläufe anders strukturiert sind als die klassischen Deutschen: Es lohnt sich bei seinem aktuellen Status (Gegenwart) anzufangen und sich in die Vergangenheit zu arbeiten).
Als Tipp noch nebenbei: Plant lieber viel Zeit ein, die meisten Erfahrungen von Leuten die im Ausland waren sind dergestalt, dass die letzten Tage super anstrengend waren. Und bei einem so wichtigen, lang geplanten Vorhaben lohnt es sich einfach nicht beim runter räumen der letzten Umzugskisten stressbedingt die Treppe runterzufallen und mit einem kaputten Fuß in den Work and Travel Aufenthalt zu starten.


Was in den meisten Ratgebern vergessen wird, aber nicht zu unterschätzen ist: Ihr solltet euch auch überlegen was passiert wenn ihr zurückkommt. Ein Jahr im Ausland klingt erstmal endlos. Aber ihr werdet euch wundern wie schnell das vorbei sein kann. Deswegen ist es wichtig, euch zu überlegen wo ihr nach der Rückkehr kurzfristig wohnen könnt, wenn ihr eure Wohnung/ Zimmer aufgegeben habt, welchen Status ihr dann besitzt (Arbeitslos, Student/In...) und wie und wo euer Leben weitergeht.